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Erziehung und Bildung
Angebote zur Beratung für Eltern, Erziehungsberechtigte, Lehrer, Nachhilfelehrer und alle, die sich mit Erziehung und Bildung beschäftigen
Wir leben in einer Welt, deren Probleme immer größer werden. Klima, Umwelt, immer schneller werdender Fortschritt von Wissenschaft und Technik, soziale Spannungen u.v.a.m. Um diese Probleme sinnvoll zu lösen benötigen wir Menschen, die dieses großen Aufgaben gewachsen sind, die sich anpassen und kreativ Lösungen finden können. Wir brauchen Menschen, die aktiv und selbständig denken und handeln können. Ist unser Bildungsystem darauf ausgelegt?
Pädagogik ist die Wissenschaft von Bildung und Erziehung, wobei die Bildung Teil der Erziehung ist und nicht umgekehrt. Schon die alten Griechen wussten, dass Bildung auch immer gleichzeitig Erziehung ist, auch wenn ein großer Teil der Schulen in der BRD Erziehung in der Schule ablehnt und keine Verantwortung dafür übernehmen will. Aber jeder Lehrer erzieht im Unterricht, ob ihm das bewusst ist oder nicht nicht. Lehrer, die für die Schüler Vorbild sind erziehen positiv, alle anderen negativ.
Das sollten wir wissen. An diesen Schulen wird also planlos erzogen und so sehen dann auch die Schulabgänger aus. Das geht soweit, dass viele Schüler in ihrer Schule so viele negative Erfahrungen gesammelt haben, dass sie lebenslang das Lernen ablehnen und gehen damit unserer Gesellschaft verloren. Diese Schüler sind dann besonders anfällig für Manipulationen jeder Art. Mein Eindruck ist, dass das politisch auch genau so gewollt ist. Aber es hat viele negative Auswirkungen. Sie werden anfällig für Kriminalität, für Drogen, für die rechte Szene usw., da sie von der Gesellschaft keine positiven Rückmeldungen zu ihrer Person erhalten haben, sich ausgegrenzt fühlen und dann ihren eigen Lebensweg suchen, der mit unseren gemeinsamen gesellschaftlichen Zielen viel zu häufig nicht zu vereinbaren sind. Wir haben diese Kinder 9 bis 10 Jahre lang zu kaputten Menschen erzogen. Ist das wirklich unser gemeinsames Ziel?
Erziehung ist nicht die überkommene Methode, Kinder mit irgendeiner Art von Gewalt zu "erziehen", sondern sie auf ihrem Weg in das Erwachsenenleben verständlisvoll und verantwortungsbewusst zu begleiten.
Zum Unterricht gehört auch die richtige Methodik. Wie funktioniert unser natürliches Lernen?
In den ersten 6 Jahren lernen wir mit Spaß, mit Neugier, mit Experimentierfreude, im Austausch mit anderen, wir erforschen den eigenen Körper und unsere Umwelt und wir lernen in diesen ersten 6 Jahren so viel, wie später im ganzen Leben nicht mehr. Und das mit möglichst vielen beteiligten Sinnen (visuell-sehen, auditorisch - hören, kinestäthisch-fühlen, tasten, olfaktorisch- riechen, gustatorisch-schmecken).
Wir lernen Körperbeherrschung wie Greifen, Krabbeln, Laufen, selbständig Essen, vielleicht Rad fahren und Schwimmen, Klettern usw. Wir lernen, Menschen zu unterscheiden, sprechen, uns verständlich machen. Wir erkunden unsere Gefühle, lernen Zahlen, vielleicht schon lesen und unendlich viel mehr. Zu keiner Zeit lernen wir mehr über uns und usnere Umwelt als in diesen wenigen Jahren. Und dann kommen wir in die Schule!
Schluss mit Spaß, mit Entdeckerfreude, mit Experimentieren, mit untereinander austauschen, mit Neugier usw. Stattdessen Disziplin und Ordnung und sich bedingungslos dem unterorden der vorn steht. Die Welt steht auf einmal Kopf. Es geht nicht mehr darum, was ich möchte oder mich motiviert, sondern darum was ich muss! Und ein Muss weckt grundsätzlich unnötigen Widerstand und tötet meist jegliche positive Lernmotivation.
Beim heute vorherrschenden Frontalunterricht haben wir genau diese Situation. Wie der Name "Frontal-Unterricht" bereits sagt besteht eine Front zwischen dem "Machthaber" vorn und den Befehlsempfängern in der Klasse. Das stößt automatisch auf Ablehnung.
Aber auch die Lernergebnisse sind bei dieser Art Unterricht grottenschlecht. Wir wissen das bereits seit Jahrzehnten besser, aber wir setzen es in der Praxis nicht um.
Mobirise
An der Lernpyramide können wir erkennen, dass Frontalunterricht einen Lernerfolg von 5 % bringt. Das zeigen auch die Pisa-Studien.
"Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können. " Konfuzius, *551 v. Chr. †479 v. Chr., Chinesicher Philosoph
Die Anwendung dieser Erkenntnis von Konfuzius bringt bereits 75 %. Und warum sollen nicht lernstarke Schüler Patenschaften über lernschwache Schüler übernehmen oder ältere über jüngere? Natürlich sollten die übermittelten Lernergebnisse auch bewertet werden. Das bringt 90 % Lernerfolg und ist für alle Seiten nützlich.
Die größte ungenutzte Lernreserve ist jedoch die zielgerichtete Förderung der Motivation der Schüler. Menschen, die einem Hobby nachgehen, befassen sich meist weit über die normale Zeit hinaus mit ihrem Hobby, selbst bis in den Schlaf hinein. Sie eignen sich Wissen und Fertigkeiten völlig selbständig an, ohne dass sie dafür einen Lehrer in der Schule benötigen. Wenn dieser Lernzustand bzw. diese Motivationsstufe erreicht wird ist selbst die Unterrichtsmethodik nur noch zweitrangig. Aber wie viele Schüler stehen denn unter diesem inneren Drang, unter allen Umständen lernen zu wollen? Und warum fördert niemand zielgerichtet und individuell die Motivation des einzelnen Schülers, sondern lässt viele im Land Unwissenheit verhungern?
Wir brauchen also keinen Befehlsgeber vorn, sondern einen Moderator. Einen Moderator, der motiviert und anspornt statt seinen Unterricht herunterzuleiern und das Übliche "Nach mir die Sintflut!"
Und wir brauchen eine Schule mit Pädagogen, die das jahrelang studiert haben und dafür die Fachleute sind. Und keine Vortragenden. Einen Vortrag kann jeder Absolvent einer Realschule halten. Da können wir uns die hohen Studiengebühren sparen.
Da aber die meisten Eltern Erziehung nach Gefühl machen und fachlich meist keinerlei Ahnung davon haben brauchen wir die Fachleute für Pädagogik auch als Partner und Anleiter für die Eltern oder Erziehungsträger. Die Schule muss wieder dafür zentraler Ansprechpartner werden. Es kann nicht sein, dass Harz-IV-Kinder das Leben in Harz IV zum Lebensziel haben oder Kinder von Neo-Nazis den Lebensweg ihrer Eltern einschlagen, da sie nichts anderes gelernt haben. Das ist unsere gemeinsame Verantwortung! Bis jetzt sehe ich aber nicht, dass diese Verantwortung endlich auch getragen wird.
Ein weiteres Problem: Wir sind schockiert, wenn sich ein Schüler das Leben nimmt oder zum Amokläufer wird. Dann sind plötzlich alle schockiert!
Weshalb erkennt das niemand vorher? Die meiste bewusste Zeit verbringen Kinder und Jugendliche heute in der Schule. Dort sind auch die qualifizierten Fachleute. Wir brauchen also auch eine Erkenntnis darüber, wie der psychische Zustand des einzelnen Schülers ist ohne totalen Überwachungsstaat, sondern um rechtzeitig Hilfe zu geben.
Und noch ein Problem: In vielen Führungspositionen sitzen Menschen, die entweder fachlich oder persönlich keine Ahnung in ihrem Bereich haben, oder gar zu beidem. Da wird eine Pfarrerstochter ohne eigene Kinder zur Familienministerin und später zur Kanzlerin gemacht. Kein Wunder, dass diese arme Frau die wirklichen Probleme nur geduldig aussitzen kann, bis sie sich von allein erledigen oder das jemand anderes tut. Und so ist das in vielen Bereichen.
Wir stellen diese Frage nach der fachlichen oder persönlichen Eignung gar nicht erst, egal wie viel Schaden daraus entsteht. Ich halte das aber für besonders notwendig, besonders bei speziellen Berufen wie Politikern, Lehrern, Richtern, Polzisten u.a. Führungspersönlichkeiten ohne persönliche Eignung können großes Leid anrichten, ohne fachliche Eignung großen Schaden. Aber wir lassen uns das ja alle gefallen, oder? Wo bleibt die Verantwortung der Schulen für die Erziehung?
Wenn Schüler in die Lage versetzt werden, sich Wissen selbständig anzueignen bleibt genügend Zeit, um soziale Kompetenzen auszubilden. Warum bestimmen die körperlich oder mental Stärksten das Klima in der Klasse mit Mobbing und Gewalt und warum sehen so viele Lehrer weg? Wir haben an einem großen Teil unserer Schulen unhaltbare Zustände, die sich aber nicht auf die Schule beschränken, sondern unsere gemeinsame Zukunft gefährden.
Kurz zur Benotung: Schüler mit Note schlechter als 2 werden meist als schlechte Schüler eingeschätzt. Dabei besagt die Note 3 doch eigentlich, dass eine befriedigende Leistung aktuell vorliegt, auf der aufgebaut werden kann. (Wer verlangt von einem Fahrschüler, dass er in der ersten Fahrstunde prüfungsreif fährt?) Aber es findet sich niemand, der mit diesem Schüler aufbaut. Und da die Bewertung 3 oder schlechter als schlecht gewertet wird von allen Seiten wird dieser Schüler demotiviert und sich auch künftig nicht mehr anstrengen, als unbedingt notwendig ist. Warum sollte er etwas tun, für das er keine Anerkennung erhält? Er geht uns damit als wertvoller Mensch in unserer Gesellschaft verloren.
Auch hier brauchen wir ein Umdenken. Kein Mensch fragt danach, welche Kompetenzen dieser Schüler hat und wie diese für eine höhere Lernmotivation sinnvoll genutzt werden können. Motivation von Schülern scheint das letzte zu sein, was heute interessiert. Vielmehr interessiert nur, wenn der Schüler ohne Nachzudenken alles nachplappert, was ihm seine Lehrer vorplappern, egal, welchen inhaltlichen und methodischen Schwachsinn er hört. Dann erhält er gute Noten, ist aber im späteren Leben vielleicht genau so unfähig, selbständig Probleme zu lösen u8n d sich an veränderte Bedingungen anzupassen wie die schlechteren Schüler.
Warum haben wir diese Probleme? Nun, wahrscheinlich haben unsere Spitzenpolitiker die gleiche schlechte Erziehung und Bildung genossen wie alle anderen auch und kommen gar nicht auf die Idee, etwas verändern zun wollen?
Wahrscheinlicher aber ist, dass dieser Zustand genau so gewollt ist. Und dagegen sollten wir uns aktiv und kreativ wehren!
Weiterführende Literatur - sehr empfehlenswert:
Mein Projekt Erziehung (Psychologie leicht verständlich, Band 3)
Bildung (Psychologie leicht verständlich, Band 1)
Partnerschaft - Beziehungen (Psychologie leicht verständlich, Band 2)
Der Gesellschafts-Denk-Baukasten: Praktische Anleitung für gesellschaftliche Veränderungen
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Auch andere haben sich mit diesen Problemen auseinandergesetzt:
Vera F Birkenbihl, Stroh im Kopf?: Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer
Prof. Gerald Hüther, Was Kinder brauchen, damit Bildung gelingen kann u.a. von ihm zum Thema
Harald Lesch "Über unser absurdes Bildungssystem" u.a. zum Thema
Thomas Wieczorek
Bildungssystem Deutschland
und viele andere auch!